Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Yes, die Pet Shop Boys leben noch

Die Erwartungen waren niedrig. Nach der naiv-dummen Vorabsingle ‚Love etc.’ haben die Pet Shop Boys jedoch ein Album herausgebracht, dass sich durchaus hören lassen kann.

Ihr zehntes reguläres Album kommt in langweiligem Weiß daher, kontrastiert mit Farbspielen, die an das Cover ihres difficult-listening Albums ‚Introspective’ erinnern. Das Booklet fällt mager aus, zu den Songs gibt es weder Zeiten, noch sind die Texte lesbar, da man auf Zeilenumbruch und Stropheneinteilung verzichtet hat.
Die Scheibe gibt musikalisch jedoch einiges her, so entstehen beim Hören vor allem der ersten drei Tracks interessante Kontraste. Erst ein Liebeslied, dann ein fröhliches und ein sentimentales Lied. Track vier ist gänzlich nichtssagend und wie die Singleauskopplung auch textlich schwach, ganz im Gegensatz zum restlichen Album. Mit ‚Vulnerable’ zeigen die Jungs, dass typische 80er- Synths auch heute noch frisch klingen können. Der Kuschelsong besticht durch ohrwurmverdächtige Melodie und hat das Zeug zur zweiten Single.
Ein weiteres Highlight ist das düstere ‚Building a wall’, welches neben dem einzigen Song mit Orchesteruntermalung, ‚Legacy’ zu den politischen Stücken des Albums gehört.
Neben ‚Building a wall’ gehört das stillere und gefühlsgeladene ‚The way it used to be’ zu den großen Nummern der zweiten Albumhälfte.

Alles in allem ein typisches Pet Shop Boys Album, welches keine wirklich schlechten Tracks aufweist (vgl. ‚Electricity’ auf ‚Bilingual’, ‘One and one make five’ auf ‘Very’), jedoch auch neue Ideen vermissen lässt – zwei Dinge, die sich leider nicht ausschließen.

Anspieltipps: Vulnerable, Building a Wall, The way it used to be
Überspringtipps: Love etc., Did you see me coming?