Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Kein Eis im Winter: Hegenberg heizt

Jan Hegenberg und Berliner Fans rocken die Kälte aus den Knochen, Bericht über einen Abend im Kato.

Man beginnt Konzertkritiken nicht mit etwas negativem. Das weiß ich.

Der erste Frust war, dass das Kato zehn Minuten zu spät mit dem Einlass begann und der alte Mann an der Garderobe völlig überfordert war. Eine Hilfe wäre hier sehr angebracht. Jan Hegenberg begann zu spielen, während ich gerade meine Jacke abgab, und mir folgten noch etwa 15 Leute…

Die Crew von Hegenberg war äußert gelassen, der Bassist markierte wie immer den Einlasser (was er sehr gut macht), eine Frau stempelte Hände und sagte mir, sie hätten keine T Shirts dabei, da der Bandtransporter überfüllt gewesen sei.

Bleibt also festzustellen, dass die Leute der Hegenberg- Crew entschieden besser drauf waren als die lahmen Katobediensteten.

Nun zum Set: Hegenberg hat alle Knaller gespielt, wo gibt! Auch waren einige Songs aufgefrischt. So kam der Opener „Fette Elfe“ mit Südseefeeling durch gelungene Percussioneinlagen und geilem neuen Rhythmus daher. „Trendy Eistee“ wurde mit langem Impropart eingeleitet und „Ratamatata“ startete doch glatt a capella.

Von Eis war an diesem Winterabend nichts zu merken. Schon vor dem Konzert standen drei Reihen Fans vor der leeren Bühne und gröhlten Songs des Liedermachers. So klappten dann auch sämtliche Mitsingparts wunderbar, die jumpende Masse legte das Kato ordentlich tiefer. Jan selber und seine Band Bam! ließen so manchen Spruch von der Lippe purzeln, um den etwa 100 Zuschauern einzuheizen.

Die Becken des Schlagzeugs klangen manchmal etwas blechern, ansonsten war alles super abgemischt und erfreute die Ohren. Das Gitarrensolo der Rythmusgitarre hätte der Mischer allerdings etwas herausheben können.

Das Licht war, obwohl es im Kato eine gute Konzertlichtanlage gibt, sehr bescheiden. Mit etwa 8 Lichtstimmungen in den knappen zwei Stunden des Konzerts gab es gerade so viele, wie sonst schon in einem flotten Song von etwa 5 Minuten üblich sind. Auch hätte man die Nebelmaschine des Kato ja mal anwerfen können. Hätte dem Auge sehr gefallen!

Alles in Allem jedoch von Anfangsschwierigkeiten abgesehen ein gelungener Abend.