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Back in Business: Tolkiens Hobbit kehrt als Parodie zurück

Eigentlich war sie schon lange überfällig: Die ultimative Parodie auf ein Tolkienwerk. Paul Erickson ist es mit Der Wobbit gelungen, eine wirklich überzeugende Parodie auf den Hobbit zu verfassen. Doch Vorsicht – ich liebe eben schlechte Witze.

Sie sind ganz mein Humor: Parodien wie Allimania, die Western von Bud Spencer und Terence Hill oder auch die hier besprochene Ferienbande. Doch was haben all diese Parodien gemeinsam?

Nun, eine Parodie ist einerseits eine Liebeserklärung an den Originalstoff. Kein Mensch bearbeitet in allen Details ein Buch um es zu parodieren, wenn der Stoff ihm nicht liegt. Da das Original jedoch mitunter etwas angestaubt erscheint (Gründe hierfür gibt es viele, beispielsweise das Anbrechen einer neuen Literaturepoche oder veränderte Lesegewohnheiten), bietet es sich an, so manche Geschichte umzuschreiben. Dies kann auf höchst wissenschaftliche Weise, fast schon als Arbeit, geschehen oder eben als Parodie.

Der Wobbit stammt von einem amerikanischen Autor. Und so ist es kaum verwunderlich, dass die Zwerge aufgrund korrupter Machenschaften einer Bank und windiger Immobiliengeschäfte pleite sind. Sie wenden sich an Milbo Muffin, der selbstverständlich keine Arbeit außer einem Gelegenheitsjob im Kaffeeladen hat, da er als Banker infolge der Wirtschaftskrise seinen Posten verlor. Das Konzept wirkt zunächst etwas offensichtlich, aber die Story bleibt überraschend stimmig – beispielsweise, wenn man den Drachen als Finanzmogul oder größere Bank interpretiert, welche kleinere Banken (wie auch jene, bei der Milbo und die Zwerge arbeiteten) aufkauft. …Und dass der moderne Hobbit ein Hartzer und der Zauberer Gandalf ein handlungsreisender Angeber ist, all das passt sehr gut zusammen und zudem in die Neuzeit.

Wie es sich für eine gute Parodie gehört, so werden auch hier einige Brüche des Originals aufgedeckt. Ich bin niemand, der im Kino stets logische Fehler bemängelt. Doch dass der Hobbit einen Schatz stehlen soll, obwohl ein Drache diesen bewacht und dass Tolkien an keiner Stelle erklärt, wie man eigentlich mit dem Drachen fertig zu werden gedenkt, ist schon ein starkes Stück. Im Original hilft übrigens der Zufall. Doch was die Parodie dazu sagt, dürft ihr selbst herausfinden, denn an dieser Stelle gibt es für all meine Leser eine klare Kaufempfehlung…