Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

10 Jahre Jan Hegenberg – und kein Bisschen müde in der Berliner Spirale

Mein inzwischen viertes Jan-Hegenberg-Konzert war sicherlich das Beste. Denn nicht nur die neue Location Spirale war alternativer und jugendlicher angehaucht als der inzwischen geschlossene Riesenclub Kato, in dem die gut 100 Zuschauer immer etwas verloren wirkten. Am 2. März 2013 sahen wir tatsächlich eine kleine Lichtshow und Jan Hegenberg war selten so gut drauf wie dieses Jahr in Berlin.

Dem schon in vorherigen Artikeln kritisierten Club Kato mit seinen lahmen Mitarbeitern und stetig steigenden Bierpreisen hat Jan Hegenberg notgedrungen den Rücken gewandt. In der Spirale stimmte (fast) alles, denn die Garderobe hätte wirklich größer und bewacht sein können. Dafür wurde pünktlich geöffnet, die Bierpreise waren annehmbar und das Personal sehr nett.

Jan Hegenberg spielte 1 Stunde und 40 Minuten und somit viel länger als auf früheren Konzerten. Die lange Dauer ergab sich allerdings auch dadurch, dass wirklich vor jedem Song Witze gerissen, Geschichten erzählt und an zwei Songs kreative Improstrophen angehängt wurden. Jan Hegenberg ist auch nach 10-jähriger Karriere frisch und voller Spielfreude. So rockt er mit vielen alten Hits und leider nur drei Songs vom neuen Albun den gröhlenden Berliner Gamern die Gedärme aus dem Körper.

Doch nochmals zur neuen Location: Diese wartete mit innovativer Lichtshow inklusive Nebel (sonst wäre ja keine Show möglich) auf. 12 direkt nach unten gerichtete weiße Scheinwerfer im Hintergrund sorgen für flackernde Lichtsäulen. Die Show lebte allerdings vor allem von bunt angeleuchteten und halb durchsichtigen Stoffbahnen (sehr schicker Effekt!) und ins Publikum gerichteten länglichen LED-Flutern. Weiße Spots auf Jan, eine Spiegelkugel über dem Publikum und ein Stroboskop wurden hingegen nur sporadisch eingesetzt und sorgten für eine abgerundete und endlich dem Entertainer würdige Lichtshow.

Man erinnert sich, dass die Lichtshow in anderen Clubs oftmals so schlecht ist, dass ich mich selbst schon erbarmen und mit Jan als Lichtdesigner auf Tour gehen wollte. Leider lief die Bewerbung jedoch ins Leere, ich hatte sie an eine veraltete Adresse geschickt…

  • Schöner Artikel! Scheint ja ein richtig gutes Konzert gewesen zu sein…

  • Dankedanke, es war echt schön! Vor einem Liebeslied kam ein Fan auf die Bühne und machte seiner Freundin einen Heiratsantrag. Ringtausch fand noch auf der Bühne statt, sehr besonderes Konzert also!

  • also, von jan, christof und arno aus fand ich das konzert definitiv auch genial. aber leider nicht die location. ich sch**ß auf jede tolle lichtshow (sorry, lieber blogger), wenn die meute dafür ordentlich rockt. habs bei facebook schon geschrieben und mein kumpel, der extra für das konzert aus leipzig angereist kam, stimmt mir zu, dass die playlist leider an „das jugendliche publikum“ angepasst schien. beispiel: lieder, die alkohol und blau machen „verherrlichen“ wurden überhaupt nicht gespielt, obwohl eben diese songs den tenor der „marke jan hegenberg“ mitprägen. und es waren so unsagbar viele leute dabei, die einfach mal nicht einen text konnten und zu keinem moment die kiefer auseinander bekommen haben. das hat mich tatsächlich am meisten geärgert… (persönliche vermutung: wahrscheinlich gabs für kids aus dem jugendclub vergünstigte tickets) ich meine, wir sind nicht über zweieinhalb mal „du sau“ hinausgekommen… WTF O_O
    auf dem konzert im kato (2009?) mag das bier teurer gewesen sein, aber wenigstens ist niemand auf die idee gekommen, seine eltern mitzubringen oO‘ es ist natürlich schwer, immer alle ansprüche unter einen hut zu bekommen, aber es gibt tatsächlich auch leute, die jans musik seit den anfängen begleiten – die die texte der ersten alben genauso verinnerlicht haben, wie die der neueren – und dementsprechend auch schon ü18 sind. und irgendwie finde ich es fast schon traurig bezeichnend, wenn ein musiker mich nach dem konzert erkennt und mit einem fetten grinsen im gesicht sagt „du warst die, die gesprungen ist, oder?“
    und ja, auch das „dafür lieben wir dich!“ auf jans „jawoll, wir schaffen es wieder unter niveau“ hin stammt aus meiner kehle ;D denn genau SO ist es. ich kann mich mit nahezu allen seiner songs identifizieren und darin verlieren, weil sie so schön bekloppt sind. oder eben sozialkritisch sind. oder eben auch mal von herzschmerz berichten.
    schlussendlich war der partypeople-block vorn rechts an der bühne angesiedelt und hatte seinen spaß. wer auf einem jan hegenberg-gig maulfauler-konzert-chiller spielt ist imo selber schuld ;D

  • Hi, es gibt nur EINEN Song, der Alk verherrlicht, das ist Moor Beer. Und der wurde in den letzten Jahren m.E. sehr selten gespielt. Dass ein Vaterdrauf besteht (auch ein einzelfall und Mehrzahl nicht angebracht) seinen Sohn zum Konzi zu begleiten, ist halt so. Der Junge war nicht sehr alt, und neue Fans sollten doch immer in der Community willkommen sein. Oder geht es jetzt hier schon so los wie bei alten Bands wie Genesis und Pink Floyd, wo sich alte und neue Fans bekriegen, wer der bessere ist?
    Die vorderen Reihen haben wie ich das sah, alle mitgemacht. Ich stand z.b. links, wo auch die Party abging. Ansonsten kann man natürlich ein Konzi genießen und muss nicht zwanghaft alles mitgrölen. Vielleicht hatten die Leute viel zu viel Spaß an der Musik, um sie kaputtzuschreien…