Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Ein heißer Wintertag im Erzgebirge

Wandern, das ist seit Manuel Andrack seine Bücher schreibt, auch für Leute unter 60 cool (ich berichtete). Abseits des Rentner- und Bayernimages gehen heute mehr junge Menschen denn je auf Wald- und Wiesenwegen dem Rauschen der Natur auf den Grund und entfliehen dem stressigen Alltag in den Städten. Grund genug, mit meiner Freundin eine Wanderung nahe des Örtchens Einsiedel im Erzgebirge zu wagen. Gleichzeitig ist dieser Artikel eine Hommage an Andracks Wandergeschichten.

Um 14:13 Uhr startet die pünktliche Erzgebirgsbahn in Chemnitz-Süd. Nur zehn Minuten später steigen wir im herrlich verschneiten Einsiedel aus. Erstes Highlight des Ortes ist der zentrale Platz. An die 16,53 Meter misst er im Durchmesser. Im Umkreis findet sich alles, was der Mensch zum Leben braucht: Edeka-Filiale, Sparkasse, Apotheke, Schuster, Bäcker und italienisches Restaurant. Kurz zuvor waren wir schon an einem Reisebüro mit spartanischen Öffnungszeiten vorbeigekommen. Doch das wirklich Besondere des Ortes kommt erst noch…

Zunächst jedoch gibt uns ein Haus Rätsel auf: Was ist hier dargestellt? Was ist, wenn die bunten Malereien nicht gänzlich sinnfrei sind (wie ich zuerst vermutete), sondern sie ein Thema verbindet? Oder erzählen sie sogar ein Märchen? Kommentare erwünscht!

raetselhaus

Dann kommt er echte Hingucker der Tour durch die kleine Stadt, denn eine Brauerei hätte ich hier zumindest nicht erwartet. Die Brauerei wartet mit allem auf, was das Herz sich wünschen kann. Nicht nur viele Sorten Gerstensaft, sondern auch Fassbrause und die erzgebirgische Konkurrenz zur Club Mate werden hier hergestellt.

brauerei

Vorbei am Einsiedler Brauhaus und einem Kästenlager, für dessen Ausmaße sich auch eine große Firma wie Beck’s nicht schämen müsste, gehen wir bergan und verlassen den Ort Einseidel. Dann sind wir endlich in der Natur. Schauen uns verschneite Wiesen, sowie eine Schafstränke mit zugefrorem Ablaufbächlein an und bleiben dann doch lieber auf dem Weg – falls man von einem Weg sprechen kann, denn auch hier liegt dicker Schnee, in dem man nicht gut vorankommt. Die Idylle und Ausblicke über die Tannen des Gebirges sind jedoch sehr wohltuend.

idylle-erzgebirge

Und hier endet die kalte, aber schöne Tour. In den Wald wollen wir nicht mehr einbiegen, da die Stiefel zu sehr im Schnee stecken bleiben und es bald dunkel werden würde. Beim Wandern vergeht die Zeit schnell – das ist ein gutes Zeichen, denn es hat allen Spaß gemacht. Im Sommer steht garantiert die nächste Wanderung auf dem Plan.

  • Die schöne Natur rund um Chemnitz hat dich also auch in ihren Bann gezogen. Schöner Artikel!