Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Lichteffekte und Effektlicht – Eine Einführung

Viele Menschen sehen sie zuerst bei Conrad Electronik: Partyeffekte und Scheinwerfer. Doch was kaufen? Welcher Lichteffekt ist für den Alleinunterhalter am besten, was braucht eine Disco, ein DJ und was ist für den Partykeller geeignet?

Dieser Text liefert Antworten!

Erste Frage: Wo will ich den Effekt einsetzen? Im Partykeller bieten sich kleinere Effekte an: Ein Flower produziert ein Bündel aus sich drehenden Lichtstrahlen. Es gibt auch sogenannte Goboflower, wo dann die Strahlen noch verschiedene Muster aufweisen (Gitter, Sterne, etc.).

Solch ein Flower ist der Standart für den Partykeller. Da er Strahlen produziert, wirkt er allerdings nur im Zusammenspiel mit Nebel.

Ich würde nie mehr eine Nebelmaschine von Eurolite kaufen! Zu kurze Lebensdauer.

Bei mir hält eine Maschine von JEM bereits 5 Jahre, auch eine Maschine von Hersteller Martin erreichte 4 Jahre. Eurolite bringts bei mir nur auf 8 Monate.

Ansonsten hat Eurolite jedoch ein ganz gutes Preis-Leistungsverhältnis… oder, sagen wir mal so: Der Preis ist wenigstens niedrig. Euroliteprodukte findet man z.B. bei Conrad Elektronic und in diversen online-Versandhäusern, von denen das preiswerteste meist www.ts-audio.de ist, ein Blick in online-Preisvergleichslisten ist allerdings angebracht. Achtung bei billig-Anbietern: Manchmal stehn in den AGB interessante Dinge wie „bei einer Bestellung unter 200 Euro wird eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 40 Euro erhoben“. Lesen der AGB ist also empfehlenswert.

Nun haben wir eine Nebelmaschine (empfohlene Marken sind JEM, Martin und Antari) und einen Flower. Doch welchen Flower werden wir kaufen?

Es gibt sehr große Flower mit 300 W-Halogenlampen. Diese Lampen haben eine sehr geringe Lebensdauer (75 h) und der Flower ist für einen Partykeller zu hell und frisst unnötig Strom. Außerden braucht er einen Lüfter, der laut ist.

Besser geeignet sind Flower mit 12V/ 50W- Lampen, die jahrelang leuchten und sogar in einigen Supermärkten nachgekauft werden können.

Wer etwas neumodischer sein will, kauft einen LED-Flower. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass 1-Watt- LEDs eingesetzt werden! Die Flower mit Bezeichnungen wie „Eurolite CC-18“ haben 18 LEDs und sind viel zu dunkel selbst für Dunkelkammern.

Bei LED- Flowern kann man sichergehen, dass sie hell sind, indem man in der Produktbeschreibung auf Sprüche wie „so hell wie Halogen“ achtet. Diese Flower sind in der Regel hell genug. Arbeitet das Gerät dann noch mit wenigen LEDs, so kann man davon ausgehen, dass diese sehr hell sind. Viele LEDs pro Gerät sind ein Alarmsignal!

Dann gibt es noch die sehr abwechslungsreichen Goboflower. Allerdings haben diese einen enormen Nachteil: Sie arbeiten i.d.R. mit einer 24V/ 250W- Lampe, die einen schweren Trafo braucht, wodurch diese Geräte schnell mal 8 kg wiegen. Außerdem sind auch diese Lampen extrem schnell kaputt und die Ersatzlampe kostet über 10 Euro.

Moving Heads, also Scheinwerfer, die positioniert werden können, sind mehr was für Alleinunterhalter mit großem Geldbeutel. Sie machen keinen Sinn, wenn man nicht ein Pult hat, um sie fernzusteuern.

Das Selbe gilt für Scanner; Scheinwerfer, die ihren Lichtkegel über einen Spiegel kreisen lassen.

Zwischen diesen Profischeinwerfern gibt es mehrere Unterschiede: Will man eine wilde Technoparty beleuchten, greift man eher zum Scanner, da der Spiegel eine schnellere Bewegung erlaubt als der kopfbewegte Scheinwerfer. Außerdem sind Scanner kleiner, leichter und leiser im Betrieb, sowie preisgünstiger.

Plant man ein Großkonzert im Stadion, wird man auf die oftmals helleren Moving Heads zurückgreifen.

Scheinwerfer: Nichts für den Partykeller, da sie viel zu hell sind und Helligkeit die Stimmung tötet.

Der Alleinunterhalter oder die Band wird jedoch seitlich der Bühne Scheinwerfer aufstellen, die die Musiker beim Werke erleuchten.

Auch wenn LED-Lichter zu dunkel für richtig große Konzerte sind, bilden Kleinkonzerte im Hinterzimmer eines Lokals o.ä. jedoch die Grenze, wo auch noch LED-Scheinwerfer eingesetzt werden können. Statt der alten Par-Scheinwerfer, die mit ihrer Leistung von 300 bis 1000 W pro Stück ohne Ende Strom saugen und die Männer auf der Bühne unnötig heiß machen, empfehlen sich RGB- LED Leuchten in herkömmlichen Scheinwerfergehäusen. Diese können alleine laufen oder mit Pult angesteuert können, wodurch dann eine Unzahl von Farb- und Blinkeffekten hergestellt werden kann.

LEDs sind zudem in Blitzern (gern auch Stroboskope genannt) sehr gut untergebracht. Herkömmliche Blitzer verwenden gasgefüllte Lampen, in denen sich Blitze entladen. Und zwar mit lautem ‚Knack’, der durch Schwingungen des Reflektors und das ansonsten relativ hohle Gehäuse des Gerätes noch verstärkt wird. Wer’s also nicht ganz so hell braucht und einen leisen Blitzeffekt bevorzugt, wählt weise einen LED-Blitzer.

Weniger Sinn jedoch machen die LED-Schwarzlichtlampen. Sie sind, ohne jegliche Vorteile gegenüber den herkömmlichen Schwarz- Lichtern zu haben, ungleich teurer. Wer an die Umwelt denkt, wird eine Schwarzlicht- Leuchtstoffröhre kaufen und keinen 125-, bzw. 400W- Schwarzlichtscheinwerfer. Die Schwarzlichtröhren halten praktisch ewig, brauchen kaum Strom, sind überall zu kaufen und preiswert.

Merke: Schwarzlichtröhre, LED-Stroboskop, Flower mit 50W- Lampe oder 1W- LED(s). Wers hell mag, verwendet zusätzlich sicherlich gerne LED- Scheinwerfer. Wer keine Farbwechsel braucht, kann auch einen normalen Scheinwerfer mit Farbfolie verwenden – LED-Scheinwerfer machen nur Sinn, wenn man Farbwechsel haben möchte.

Fehlt nur noch eine Spiegelkugel und unser Partykeller ist perfekt!

Spiegelkugeln kann man mit meinem Lieblingsscheinwerfer sehr gut beleuchten: Dem Par 36. Dieser Scheinwerfer ist klein, leicht, billig, die Birne hält Jahrelang und er ist hell, aber nur am beleuchteten Punkt, wie etwa der Spiegelkugel. Oft gibt es in Baumärkten oder Elektronikgeschäften Sets mit Par36, Spiegelkugel (mit Motor) und Farbwechselscheibe für den Spot zu kaufen, die recht günstig sind.

Laser: Laser gibt es von 30 Euro bis 3 Mio. Euro, ohne Kühlung, mit Ventilator oder mit Wasserkühlung, bei der das Wasser in Badewannentemperatur wieder aus dem Gerät herauskommt.

Ein Laser sollte nur so groß sein, wie für den Zweck unbedingt erforderlich. Laser nur über Augenhöhe arbeiten lassen (am Besten auf einen Schrank oder einem Stativ montieren)!

Ansonsten kann man nicht viel falsch machen. Alle Laser der Klasse 2 b oder niedrigerer Klassen sind relativ ungefährlich und für den Dauerbetrieb geeignet.

Lasersimulatoren sind oft sehr dunkel und laut (durch Lüfter und großen Spiegel, der umherzuckt), also lieber gleich einen richtigen Laser kaufen!

Weitere Effekte: Schneemaschine, Schaummaschine, Seifenblasenmaschine und Dunstmaschine.

Schnee- und Schaummaschinen sollte man eigentlich nur draußen verwenden. Sie sind leider relativ laut. Schneemaschinen gibt es bereits zu erschwinglichen 60 Euro, Schaummaschinen kosten etwas mehr (ab 200 euro).
Seifenblasenmaschinen produzieren meist weniger Seifenblasen als der Kunde sich wünscht. Außerdem klebt der Fußboden selbst nach kurzem Einsatz solch eines Gerätes unsäglich. Wer keinen Balkon oder Garten hat, lässt also lieber die Finger davon.

Dunstmaschinen können Nebelmaschinen gut ersetzen. Der Vorteil: Es wird weniger Nebelfluid verbraucht, da ein eingebauter Lüfter den Nebel besser verteilt. Es gibt keine Nebelwolken mehr, die erst noch im Raum verteilt werden müssen. Selbst kleine dunstmaschinen lassen sich per integrierter Zeitschaltung besser programmieren als Nebelmaschinen.

Nachteil: Der Lüfter ist laut. Außerdem ist eine „Dunstsuppe“ auch langweiliger, als die Struktur von Nebelwolken. (Bei Großveranstaltungen werden Dunst- und Nebelmaschinen daher kombiniert, indem die ersteten für einen Grundstock an Nebel sorgen, die letzteren für Wolken gezielt eingestzt werden.)