Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Philosophie trifft auf Phallosophie – Kassierer auf Konzi in Bestform

Am 29. September 2012 war es soweit: Ich sah Deutschlands bekannteste Punkband „Die Kassierer“ und das Konzert hat, wie ihr seht, einige Eindrücke hinterlassen.

Ganze zwei Stunden spielte die Band aus Wattenscheid. Zum standardmäßigen Clublicht muss nicht viel gesagt werden, insgesamt wurden die etwa zehn Moving-Heads und mindestens nochmal so viele Par-Kannen sinnvoll eingesetzt. Die Anordnung der Schweinwerfer war allerdings langweilig. Gerade Traversen haben eben keine besonders organische Form.

Doch ums Licht geht es bei den Kassierern nur ganz am Rande. Viel mehr begeistert der Blick auf Wolfgang „Wölfi“ Wendlands nackten Körper. Der Sänger setzt seinen Körper ungesunden Schönheitsidealen der westlichen Gesellschaft entgegen.

Doch nicht nur die (übrigens etwas spärlichen) Blicke auf die volle Nacktheit des 130-Kilo-Mannes lassen sich gesellschaftskritisch deuten. Die Texte der Kassierer sind oft intelligent, wenn man über sie nachdenkt. Obwohl es auch falsch ist, in allem einen Sinn zu suchen. So wissen wir seit Sartres und Camus Zeiten um die Absurdität des Daseins, suchen aber immernoch Sinn im Kleinen. Die Kassierer meinen es zwar lustig, wenn sie ihre Texte als philosophisch wertvoll bezeichnen, auf gewisse Weise sind sie es aber auch.

Über diese ganzen Gedanken vergisst man auf einem Konzert der Kassierer garantiert das Feiern nicht. Ständig fliegen gefüllte Bierbecher in Richtung Band und einem selbst als Zuschauer gegen den Kopf. Versaute Aktionen wie der Unterhosentausch zweier Fans auf der Bühne sorgen für erstklassiges Entertainment. Nur das früher gern praktizierte Pofingern, übertrieben von Wölfi als Fisten bezeichnet, blieb aus. Ob der Gitarrist Niko Sonnenscheiße es vermisst hat?

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