Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Hörspiel für Hochbegabte

Wie haben wir es alles satt: Klischees ohne Ende, der Amerikaner spricht immer in selten blödem Amerikaakzent, das Mädchen ist immer die dumme blonde…

…endlich werden diese Klischees, bekannt aus Hörspielen wie Die Drei ??? (ohne Zweifel ein Genuss, aber eben in gewissen Grenzen), 5 Freunde und TKKG, parodiert.

Eine Parodie ist nicht nur ein Gegenan, sondern immer auch eine Liebeserklärung. Wenn es nur ums Fertigmachen ginge, hätte keine Parodie je Stil.

Doch es geht um mehr: hintenrum Schwächen aufzeigen, aktuell sein und gleichzeitig eine gekonnte Kriminalgeschichte erzählen: All das schafft die leider nicht sehr oft erscheinende Hörspielserie „Die Ferienbande“. Es wird in Frage gestellt – festgefahrene  kulturellen Bräuche, Erwartungen der Zuhörer und andere Elemente der Postmoderne werden souverän bedient.

Peinliche Klischeeauftritte und gekünstelte Spannungsbögen sucht der erfahrene Hörspieljunkie hier vergebens – statt dessen gibt es einen Lacher nach dem anderen, guter Geschmack und Humorbremsen wie politische Korrektness werden bewusst durch den Kakao gezogen. Selbstverständlich wird der Chinese – nicht ohne Augenzwinkern – als Brauner bezeichnet (wissen wir doch alle, dass man Chinesen als Gelbe bezeichnet) und das Mädchen ist immer die Dumme.

Der Erzähler klärt prinzipiell jeden Fall auf, der geliebte Hund der Ferienbande wird von einem der Helden unter dem Vorwand, man könne ja einen neuen züchten, als Running Gag am Ende eines jeden Abenteuers ermordet. Wer da wohl bei South Park *hust* Kenny*hust* abgeschrieben hat?