Kulturlichter: Spot an für die Kultur!

Viel Musik und wenig Leute – das Duo Tseliapniou/ Schomaker im Nilclub

In diesem Artikel mache ich etwas total verbotenes: Begebe mich nach der Rollentheorie in einen Konflikt und rezensiere aus einer Doppelrolle (Mitveranstalter – Kunde) heraus ein Konzert.

Am gestrigen Abend gaben Pavel Tseliapniou (Querflöte) und Stephan Schomaker (Gitarre), Stücke von vier teils modernen, teils barocken Komponisten zum Besten. In einem zweistündigen Programm und mit virtuoser Lebendigkeit präsentierten sie zwölf begeisterten Zuschauern ihr Können.

Mit einem Duo von Guiliani fing es an: Anfangs herrschte noch die typische von klassischer Musik hervorgerufene Langeweile, doch die Herren verstanden es, Musik vorzuleben und schon bald war der Zuhörer verzückt. Man träumt sich weg und ist verzaubert…

Das zweite Stück, für Querflöte, eine Antwort auf die Frage, was man in absurden Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, wenn aller Glauben an das Gute aufgegeben ist, noch komponieren kann. Es ist aufrüttelnd, wild und klingt nach Verzweiflung. Nach der Pause ging es mit einem nur wenige Jahre alten Stück für Gitarre und schließlich Bach weiter, abgerundet von zwei Zugaben.

Das Publikum schien klassikerprobt zu sein: Man klatschte nicht während der Atempausen eines Stückes, die Stimmung blieb erhalten.

Das abgerutschte N der NIL- Lichtschlange im Hintergrund ließ auf stiefmütterlichen Umgang mit der Lichtinstallation schließen, ansonten aber war die Betreuung durch den Inszenator des Abends einwandfrei. Seine einführenden Worte und die witzigen Erklärungen der sympathischen Musiker gaben den Stücken einen Rahmen, der sie und den Abend unvergessen macht. Schade, dass es so leer war.